Naturdenkmal und Bioreservat Oberhauser Leite

In der Dreiflüssestadt Passau haben sich Donau, Inn und Ilz in das anstehende Urgestein aus Gneis und Granit eingetieft und dabei hoch aufragende Steilhänge geschaffen, die zum Spazierengehen einladen und Heimat einer reichen Flora und Fauna sind. Die Oberhauser Leite ist ein Abschnitt des Donau-Engtals zwischen Vilshofen in Bayern und Aschach in Oberösterreich. Die bewaldeten Steilhänge rund um die Veste Oberhaus sind heute Teil des Fauna-Flora-Habitat-Gebietes „Donauleiten von Passau bis Jochenstein“ und damit Bausteine im europaweiten Schutzgebietssystem Natura 2000. Es dient dem länderübergreifenden Schutz wertvoller natürlicher Lebensraum-Typen. An den Donauleiten sind es vor allem die besonnten Felslebensräume und Hangmischwälder, die erhalten werden sollen.

Der heute mit hochaufragenden, lianenüberhangenen Stämmen und abgestorbenen Altholz oft verwunschen anmutende Leitenwald war früher nahezu waldfrei. Auf dem Burgberg hielt man sich einst die Aussicht frei, damit sich niemand unbemerkt nähern konnte und die Burg dem Betrachter möglichst imposant erschien. Seit nun rund 100 Jahren darf sich die Natur die Steilhänge zurückerobern.

Im 19. Jahrhundert wurde auf Höhe der Hängebrücke der Ludwigsteig aus dem Fels gesprengt, benannt nach Prinz Ludwig von Bayern, dem späteren König Ludwig III. Im 20. Jahrhundert erfolgte die weitere Erschließung der Oberhauser Leite durch den Bayerischen Waldverein, der im Aussichtsturm der Veste Oberhaus das erste Museum betrieb.

Der Hangwald mit steilen Felsen, Mauern und Säumen bietet vielen Pflanzen und Tieren einen perfekten Lebensraum. Die Mischwälder beheimaten Waldkiefern, Trauben- und Stieleichen, Hainbuchen, Edelhölzer wie Esche und Winterlinde sowie verschiedene Ahorn und Ulmenarten. An Gebüsch-, Mauer- und Felsrändern haben sich artenreiche, für Insekten attraktive Staudensäume entwickelt. Hier wachsen Seifenkraut, Bleichschwingel, Blaugrünes Labkraut  und Heilwurz neben Seltenheiten wie Steppen-Lieschgras und Besen-Beifuß und verwilderten Zierpflanzen wie Holunder-Iris und Wermut.

Anstelle der heimischen Zauneidechse regiert auf Oberhaus eine italienische Unterart der Mauereidechse. Die auffällig schlanke Echsenart wurde vor Jahrzehnten in Passau ausgesetzt und hat sich hier in großer Zahl ausgebreitet. An sonnigen Tagen sieht man sie an Felsen und den Mauern der Veste Oberhaus Wärme tanken. Darüber hinaus haben auch Schlingnattern, Fledermäuse, Waldkauz und Turmfalken auf der Festung eine Heimat gefunden.

 

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Passauer Goldpomeranze